Eine Reise in die Judo-Vergangenheit und ein Blick in die Zukunft

Stadtwerke-Pokal Frankfurt (Oder)

Am 17.02.2013 ging es um 6 Uhr früh zum Stadtwerke-Pokal nach Frankfurt (Oder). Für Trainer Kevin Ladebeck war es eine Reise in die Vergangenheit, da er die Elite-Schule des Sports vier Jahre lang besuchte. Dort ging er zur Schule und sammelte viele Erfahrungen im Bereich des Leistungssport, die er nun schon seit einigen Jahren an unsere jungen Sportler weiter gibt.
Das gut organisierte Judo-Tunier mit 250 Teilnehmern aus 26 verschiedenen Vereinen der Altersklassen U11 und U13 begann mit den leichten Gewichtsklassen. Niklas Tausch (-28 kg) traf im ersten Kampf gegen Max Schuld vom PSV Berlin. Niklas setzte seinen Griff durch, um einen linken O-Goshi (Hüftwurf) anzusetzen. Sein Gegner blockte diesen Versuch ab, rechnete dann aber nicht damit, dass Niklas seine leichte Rücklage mit einem Konter, einem sauberen Ko-Uchi-Barai (kleine Innensichel), ausnutzen würde und wurde auf Ippon geworfen.
Der zweite Kampf war leider denkbar knapp. Sein Gegner Luka-Finn Schubert vom Judoclub 90 (Frankfurt O.) setzte Niklas mit einem schnellen Griffkampf und ständigen Angriffen zu, die aber immer ohne Wirkung blieben und er in Laufe der Kampfzeit dadurch zwei Shido’s (Bestrafungen) bekam. Leider kam Niklas kaum selbst dazu anzugreifen, was nach einer Inaktivität aussah und Niklas somit auch zwei Shido’s einbrachte. Ausserdem setzte der Elbesportler die Anweisungen des Trainers nicht konsequent um und verlor den Kampf nur durch einen Kampfrichterentscheid.
Somit zog Niklas in die Hoffnungsrunde ein. Sein nächster Kampf gegen Jannik Hodik vom Dojo Berlin beendete Niklas nach nur wenigen Sekunden mit einem Ippon durch einen linken O-Goshi. Auch der vierte Kampf gegen Eric von Graf (PSV Bernau) verlief ähnlich schnell. Nach einer kleinen Unsicherheit von Eric brachte Niklas den Bernauer so sehr aus dem Gleichgewicht, dass er ihn mit einem Handwurf auf Ippon werfen konnte.
Im letzten Kampf um Platz 3 traf Niklas gegen einen Verlieren aus dem Halbfinale des Doppel-KO-Systems. Sein Gegner Leonhard von Leopoldt (SC Berlin) ging hoch motiviert zu Werke, merkte aber sehr schnell, dass er es bei Niklas nicht einfach hatte. Erst brachte ein De-Ashi-Barai (Fußfeger) einen Yuko für Niklas, dann später ein linker Tsuri-Komi-Goshi (Hebezugwurf) einen Waza-ari. Diese Wertung konnte Niklas bis Ende des Kampfes verteidigen und gewann somit den Kampf um die Bronzemedaille.
Michelle Nagel (-33 kg) traf im Pool-Kampf mit Tamy Möser (UJKC Potsdam) auf die stärkste Gegnerin dieser Gruppe. Diese setzte sich auch mit einem Ippon durch. Michelle war leider nicht ganz konzentriert in diesem Kampf, sonst hätte es auch enger ausgehen können.
Im nächsten Kampf traf sie auf Jule Mettke (JC 90) und fackelte nicht lange. Nach einigen guten Eindrehversuchen und starken Gleichgewichtsbrechungen warf Sie Jule mit einem Seoi-Otoshi (Schultersturz) auf Waza-ari und mit einer anschließenenden Festhalte beendete sie den Kampf mit einem Ippon.
Im dritten Kampf gegen Nina Thiere (JC Eberswalde) war Michelle nicht ganz so konzentriert und fiel bei einer schlecht eingedrehten Technik der Gegnerin auf Ippon. Nach einem kurzen Hinweis des Trainers zur besseren Verteidigung ging Sie dann in den letzten Kampf. Josefine Hielischer (Lauchhammer), die einen halben Kopf größer war, war sehr überrascht, denn Michelle wollte diesen Kampf unbedingt für sich entscheiden. Nach einigen nicht ganz sicheren Angriffe von Nina nutzte Michelle ihre Chance und konterte mit einem De-Ashi-Barai (Fußfeger) auf Ippon. Damit war der dritte Platz für Michelle gesichtert, die Fortschritte zeigte, aber mit noch mehr Konsequenz auch bessere Ergebnisse erzielen könnte.
Als letztes in dieser Altersklasse U11 ging Moniek Reinicke auf die Matte. Zwei Gegnerinnen galt es zu besiegen, um an das Gold -48kg zu gelangen. Ihre erste Gegnerin Pauline Rau (UJKC Potsdam) hatte Sie schon einmal in Berlin denkbar knapp bezwungen. Dieses Mal merke man aber, dass Moniek Fortschritte von Dezember bis Februar gemacht hatte. Pauline konnte keine nennenswerten Angriffe durchsetzen. Im Gegensatz dazu Moniek: Sie brachte die Potsdamerin zu Boden, wo Moniek ihre Stärke ausnutzte und durch eine Festhalte diesen Kampf gewann.
Der zweite Kampf bestritt Moniek gegen die starke Amanda Abou El-Fadil (JC Kano Berlin). Diese setzte ihr auch gleich mit guten Angriffen zu, doch Moniek konnte diese durch gute Verteidigung abblocken und sogar mit einem Konter De-Ahsi-Barai ihre Gegnerin sauber auf den Rücken zu Fall bringen und mit Ippon gewinnen. Somit Stand der erste Platz für Moniek fest als leichteste und niedergradierteste (Moniek weiß-gelb, die beiden Gegnerinnen gelb-orange). Es kommt ebend nicht immer auf den Gürtel an, meistens entscheidet der Fakt, wie sehr man sich beim Training anstrengt und welche Erfahrungen man mitnimmt.
Als letzter startete Leonardo Graßhoff in der U13 als jüngerer Jahrgang. Er war den Tag zuvor mit Luca Jödike in Berlin zum Talentefördertraining in Berlin, wollte sich aber dennoch dieses Tunier nicht auslassen. Er belegte den 5. Platz was durch die Doppelbelastung und den Altersunterschied völlig akzeptabel war. Er weiss von Mal zu Mal seine Stärken besser umzusetzen.
Nach dem Wettkampf gab es noch eine Führung von Trainer Kevin Ladebeck über sein altes Trainingsgelände, Sporthallen, Internat und Schule. Jetzt haben die Kinder eine Vorstellung, was das Wort „Sportschule“ beinhaltet.


Trainer Kevin Ladebeck mit Leonardo, Niklas, Monieck und Michell waren in Frankfurt (Oder) erfolgreich