Merseburg - eine Probe für künftige Wettkämpfe

Das traditionelle Frühlingsturnier des PSV Merseburg am 20. April war mit 300 Judokas aus 30 Vereinen sehr gut besucht. Der 1. Schönebecker Judoclub reiste mit seinen jüngsten Kämpfern und drei U15ern an. Gekämpft wurde auf fünf Matten in vier Altersklassen.

Vom Ausrichter wurde die Hallenserin Luise Malzahn geehrt. Anfang April hatte sie beim Grand Prix in Samsun (Türkei) Gold gewonnen. Natürlich nutzten alle Judokas ihren Besuch, um sich Autogramme schreiben zu lassen.

Los ging es mit der Altersklasse U10. Als Erste ging Celina-Joline Frank (-35 kg) auf die Tatami. Beherzt griff sie Lina Köhlert (JSV Zwickau) an, musste aber im Bodenkampf dann leider den Kampf abgeben. Die zwei anderen Kämpfe brachten nach den Hinweisen des Trainers zwar eine Steigerung, aber die Gegnerinnen waren technisch etwas besser.
Für unser Leichtgewicht Willis Frank (-24,7 kg) war es der allererste Wettkampf überhaupt. Engagiert ging er zur Sache. Aber auf der Matte zählt auch Erfahrung. Und so musste Willis die ersten Kämpfe durch Hantai und Konter abgeben. In den Pausen kamen von den älteren Judokas einige Hinweise, die er sich zu Herzen nahm. Den letzten Kampf ging er dann noch einmal voll motiviert an, konnte seinen Gegner Leon Frauzke (Judokan Schkeuditz) im Bodenkampf durch Kesa-Gatame mit Ippon bezwingen und sich noch die Bronzemedaille sichern.
Gleichzeitig war Ulrike Wannagas (-40 kg) auf Matte 3 gefordert. Sie konnte ihre Zurückhaltung nicht gleich ablegen. So kam der O-soto-otoshi (Großer Außensturz) ihrer Gegnerin etwas überraschend. In der Folge setzte sie sich mehr durch, musste sich aber den erfahrenen höhergraduierten Kämpferinnen geschlagen geben.
Karina Nagel (-31 kg) hatte den Vorteil, die Kämpfe ihrer Mitstreiter zu sehen und auch die Ratschläge der Trainer zu beherzigen. So konnte sie auch nach einer ersten Niederlage dann im Kampf gegen Liliana Amaria Wagner (PSV Mansfelder Land) mit einem sehr schönen O-Goshi (Großer Hüftwurf) gewinnen. Mit dem Siege gegen Yasmin Scheiduch (SRZ Leipzig) erkämpfte sie im 5er-Pool eine Silbermedaille.
Für unsere Jüngsten brachte dieser Tag die Erfahrung, dass zwischen Training und Wettkampf ein deutlicher Unterschied liegt, aber auch die Zuversicht, mit viel Trainingseifer beim nächsten Mal mehr Erfolg zu haben. Die Trainer sahen bei den Jüngsten das vorhandene Potential und waren über die verlorenen Kämpfe nicht ganz so betrübt wie unsere U10er, ist doch eine Niederlage beim Judo oft nur ganz knapp.
Später ging die U15 an den Start. Egor Lapygin musste sich in der höheren Gewichtsklasse -66 kg bewähren. Er konnte diese Aufgabe aber souverän lösen. Im ersten Kampf gegen Ron Schade (Judokan Schkeuditz) gewann er durch Ko-soto-gari (Kleine Aussensichel) mit Ippon. Auch beim zweiten Gegner Nick Künzel (JSV Auma) konnte er schnell einen Yuko für Ko-soto-gake (kleines äußeres Einhängen) erzielen. Danach brachte er kontrolliert seinen Kontrahenten in eine für ihn günstige Stellung, konnte dessen Angriff gut übernehmen und mit einem linken O-goshi auf Ippon werfen. Im Finale wartete dann Maximilian Stolze (Judokan Schkeuditz) auf ihn. Dieser hatte eine ähnliche Kampfart wie Egor, so dass es über lange Zeit zu keiner Aktion kam. Schließlich gelang Egor dann ein Seoi-otoshi (Schultersturz) mit Yuko-Wertung, die er über die Kampfzeit halten konnte und somit verdient die Goldmedaille erhielt.
Auch Markus Braunersreuther musste sich in der nächst höheren Gewichtsklasse (-60 kg) neu finden. Zuerst erlitt er leider gegen Arno Kilian (SG Motor Halle) durch eine umstrittene Kampfrichterentscheidung eine Niederlage. Das steckte er aber schnell weg. In den drei Kämpfen der Hoffnungsrunde konnte er dann vor allem seine Überlegenheit im Bodenkampf voll zur Wirkung bringen und mit Festhalten sowie Kesa-Garami (Armhebel) die Bronzemedaille sichern.
Theo Eschrich (-55 kg) hatte ebenfalls das Gewichts-Handicap und dazu noch mit 16 Judokas das größte Starterfeld. Im Auftaktkampf gegen Hannes Kluge (SG Friesen) brachte ihm ein Tai-otoshi (Körpersturz) den Sieg. Auch gegen Ewald Recke (1. Dessauer Judo-Club) setzte er sich souverän durch. Dann folgte schon der eigentliche Spitzenkampf in dieser Gruppe: Jonas Deregowski (JSC Stotternheim) ist ein hervorragender Techniker. Schon die Kämpfe um die Griffart waren ein Feuerwerk. Jeder der beiden musste ein gewisses Risiko eingehen, um überhaupt einen Wurf anzusetzen. Über die Zeit erzielte Jonas dabei zwei Waza-ari und den Sieg. Als es zum Abschluss um Bronze ging, konnte Theo das hohe Tempo aus dem letzten Kampf beibehalten und im Boden durch Tate-Shiho-Gatame (Reitvierer) mit Ippon siegen.


Willis Franke, Celina-Joline Frank, Ulrike Wannagas, Karina Nagel (vorne v.l.), Egor Lapygin, Markus Braunersreuther, Theo Eschrich (hinten v.l.)

Somit konnten die Schönebecker Judokas mit vielen Medaillen die Rückreise aus Merseburg antreten. Vielen Dank auch an die Ausrichter des Turniers. Trotz der hohen Beteiligung den Wettkampf war der Ablauf sehr zügig.