U11-Judo-Saisonausklang mit internationalem Turnier in Aue

Am 26.05.2013 ging es für die U11-Judokas des 1. Schönebecker Judoclubs in aller Frühe in das sächsische Aue. Das namentliche „Zwergenturnier“ für die jüngsten Judokas ist bekannt für sein hohes Niveau und war somit sehr gut als Saisonabschluss für das erste Halbjahr geeignet. Zu dem internationalen Wettkampf waren 230 Kämpfer aus 33 Vereinen (darunter 4 aus Tschechien) angereist.
Als Erste ging Michelle Nagel (bis 36 kg) in einem Doppel-KO-System an den Start. Im ersten Kampf traf sie auf Rosalie Heize vom ESV Lok Chemnitz. Die Schönebeckerin ging beherzt zur Sache und setzte die Chemnitzerin mächtig unter Druck. Nach einem schön angesetzten Tai-otoshi (Körpersturz), dem ihre Gegnerin noch ausweichen konnte, setze Michelle mit einem linken O-goshi (großer Hüftwurf) nach und warf die Chemnitzerin auf Ippon.
Im zweiten Kampf ging es gegen Leandra Witte vom JV Ippon Rodewisch. Auch in diesem Kampf machte Michelle klar, dass ihre derzeitigen Erfolge nicht nur zufällig sind. Nach einem sehr gut angesetzten De-ashi-barai (Fußfeger) ging es am Boden weiter. Michelle hielt Leandra in einer sehr gut fixierten Yoko-shiho-gatame (Seitvierer) bis Ippon.
Nun stand Michelle im Finale und Trainer Kevin Ladebeck musste etwas in die psychologische Trickkiste greifen. Wegen der großen Aufregung, die sie in letzter Zeit in so einer Situation hatte, verlor Michelle leicht ihre kämpferische Linie. Also erzählte ihr „netter“ Trainer einfach, dass sie jetzt erst im Halbfinale sei und wenn sie den dritten Platz haben möchte, sie sich sehr konzentrieren müsse. Gesagt getan. Sie ging also in „ihr Halbfinale“ gegen Lisa Balazs (JV Ippon Rodewisch). Michelle kämpfte wie entfesselt und zeigte ihr ganzes Können. Ihre Gegnerin war größer und schwerer. Aber das kümmerte die mutige Schönebeckerin nicht. In einer Bodensituation machte Michelle mit einer Kesa-gatme (Schärpegriff) alles klar, hielt bis Ippon und gewann somit das Finale. Nach dem Kampf erklärte Trainer Kevin Ladebeck, was wirklich los war. Die erste Reaktion war: „Das ist so gemein!“ Im Nachhinein sagte sie: „Es war besser so, ich war nicht so sehr aufgeregt.“ Leider kann man den Trick nun nicht wieder anwenden.
Moniek Reinicke war als nächste an der Reihe. In ihrer Gewichtsklasse bis 44 kg hatte sie eigentlich zwei Gegnerinnen, aber eine ließ sich aus unbekannten Gründen streichen. Somit stand ihr nur Nadine Wulkasch aus Schömmeln gegenüber. Moniek, die kurzem das Angreifen für sich entdeckt hatte, ging etwas übereifrig an die Sache. Man hatte das Gefühl, sie wollte Nadine aus der Jacke schütteln. Aber Sie besann sich wieder und setzte einen sauberen Soto-maki-komi (äußeres Einrollen) an. Die anschließende Festhalte brachte ihr den Ippon und Platz 1 in diesem Turnier.
Sehr spät durfte auch Niklas Tausch (bis 29 kg) endlich starten, der schon sehr ungeduldig darauf wartete. Wie die meisten anderen Teilnehmern sah sich Niklas in einem Doppel-KO-System wieder, allerdings mit 17 Startern. Im ersten Kampf traf er auf Luca Klimmt vom Auer Judoclub. Dieser hatte Niklas wenig entgegenzusetzen. Niklas kam schnell mit einem linken O-goshi und anschließender Festhalte bis Ippon. Im zweiten Kampf galt es schon eine schwierigere Aufgabe zu bewältigen. Marius Kuhl vom PSV Chemnitz war fast einen Kopf größer und hatte schon eine höhere Gradierung. Doch Niklas interessieren solche Äußerlichkeiten nicht. Marius ging zwar hoch motiviert in den Kampf, aber Niklas nutzte diese Sicherheit aus. Nach einem nur halbherzigen Angriff von seinem Gegner konterte Niklas ihn mit Ko-soto-gake (kleines Einhängen) und aus der anschließenden Festhalte gab es kein Entkommen für den Chemnitzer. Somit war Niklas im Halbfinale. Hier traf er mit Filip Cezik von JUDO Most auf einen tschechischer Kämpfer. Diese sind immer starke Gegner, doch Niklas ist ebenfalls sehr kräftig und wird oft durch mangelnde Körpergröße unterschätzt. Nach einigen Aktionen beiderseits ohne Erfolg kam Niklas mit seinem Griff durch und warf Filip mit einem linken O-goshi auf Ippon. Durch einige organisatorische Probleme musste Niklas über eine Stunde auf den Finalkampf warten. Somit war es schwer für ihn, die Konzentration zu halten. Im Finale wartete eine denkbar schwere Aufgabe, denn da stand ihm Paul Huber vom KSV Staußberg gegenüber, dessen Trainer vom Olympiastützpunkt kommt. Anfangs war es ein sehr ausgeglichener Kampf der beiden Kontrahenten. Leider verlor Niklas durch einen taktischen Fehler seinerseits knapp mit Yuko. Wäre das Finale zu einem eheren Zeitpunkt gewesen, hätte Niklas nach Meinung der Trainer gewinnen können, was die Leistungen des ersten Halbjahrs deutlich beweisen.
Insgesamt ein gelungenes Saisonfinale und ein super letztes halbes Jahr in dem die jungen Judokas Großes erreicht haben. Wir hoffen, dass durch ihre Erfolge noch mehr unserer Kleinen ihre Chance ergreifen und sich im Wettkampf ausprobieren.
Nun geht es an die Vorbereitungen für die Landesmeisterschaften, die im zweiten Halbjahr stattfinden werden.


Die Judokas Michelle Nagel, Niklas Tausch und Moniek Reinicke,(v.v.l.) präsentieren stolz ihrem Trainer Kevin Ladebeck die erkämpften Medaillen