Julien Freiheit wieder leistungsstark zurück auf der Wettkampfmatte

Am 29. Juni ging es für die Schönebecker zu keinem Pflichttermin, nein es ging zu einem freiwillig gewählten Turnier. Das traditionelle Sparkassen-Turnier in Wanzleben war mit 102 Kämpfern aus 10 Vereinen gut besetzt.
Als Erste ging Michelle Nagel bis 34,5 kg an den Start. Sie traf auf Jolyne Benzmann vom Ilsenburger Judoclub. Diese war einen Kopf größer und auch höher graduiert, doch das kümmerte Michelle wie immer nicht. Sie, die in letzter Zeit durchweg gute Leistungen zeigte, setzte ihrer Gegnerin mächtig zu. Ein Angriff nach dem anderen, deren Jolyne nur mit Mühe und Not ausweichen konnte und selbst kaum zu eigenen Aktionen kam. Ein De-ashi-barai brachte die Ilsenburgerin dann zu Fall und die anschließenden Festhalte den Sieg für Michelle. Im zweiten Kampf trat dann eine Bekannte vom FSV Magdeburg, Dimitra Dennstädt auf. Die beiden trafen im März schon einmal auf einander. Damals benötigte Michelle noch die ganze Kampfzeit, um zu siegen. Aber in den letzten drei Monaten waren große Fortschritte zu sehen und diese zeigte sie auch kurz und schmerzlos im zweiten Kampf gegen die Magdeburgerin. Nach nur 7 Sekunden warf sie Dimitra mit einem linken O-goshi auf Ippon, was ihr somit auch den Turniersieg brachte.
Als zweites war Niklas Tausch an der Reihe, der an diesem Tag einfach eine Klasse besser war als seine Gegner in der Gewichtsgruppe bis 31 kg. Luca Fronobe vom Judo Sportverein Eilenburg war sein erste Gegner. Nach gerade einmal neun Sekunden landete dieser mit einem De-ashi-barai mit Ippon auf dem Rücken. Im zweiten Kampf traf Niklas auf Max Oehme vom JC Leipzig, dieser ist ein bekanntlich starke Kämpfer. Aber auch hier konnte Niklas nach fünf Sekunden einen De-ashi-barai werfen und mit der anschließender Festhalte den zweiten Sieg verbuchen. Der dritte Gegner, Lennard Blüthgen von FSV Magdeburg, kam nicht einmal dazu Niklas zu fassen. Ein linker O-goshi beendete diesen Kampf nach 7 Sekunden zu Gunsten unseres Schönebecker Talents. Der letzte Gegner kam vom PSV Gardelegen. Eric Siegel merkte man am Mattenrand schon an, dass er wusste, was auf ihn zu kommt. Und richtig: Niklas Tausch, der noch einen drauf setzen konnte, denn dieser Kampf endete nach drei Sekunden. Das Trainerteam Ladebeck war sprachlos über diese herausragende Leistung ihres Schützlings beim letzten Turnier in diesem Halbjahr.
Als Letzter ging Julien Freiheit auf die Matte, der nach dreimonatiger Verletzungspause sich dem nunmehr zweiten Wettkampf stellte. Der erste Wettkampf war in Burg. Dort hatte er nur einen Gegner, gegen den er verloren hatte. Aber diesem sollte er heute nochmals gegenüber stehen.
Zunächst traf Julien auf Max Westendorf vom Haldensleber JC in der -40,8 kg Klasse.
Ein recht ausgeglichener Kampf, in den sich Julien hineinfinden musste. Max war etwas kleiner, etwas stämmiger, etwas mehr aktiv. Somit ging er auch mit Yuko in Führung. Aber Julien achtete genau auf die Anweisungen des Trainers, der ihm einen Griffwechsel empfahl. Als der Haldensleber einen weiter Angriff ansetzte, konnte Julien ihn durch den überlegenen Griff aus dem Gleichgewicht und somit zu Boden bringen. Der erfahrene Bodenkämpfer witterte seine Chance und erarbeitete sich eine Festhalte, die ihm den Ippon einbrachte. Als nächstest stand Julien der schwerste Kampf seit Monaten bevor. Gegen den amtierenden Landesmeister Karl Friedrich Märkt vom SV Halle. Dieser war größer und schwere als Julien und konnte das ganze Jahr über viel Erfahrung sammeln. Trainer Kevin Ladebeck nahm Julien aber den Druck: „Egal was passiert, ich will nur das du kämpfst“. Und das tat Julien auch, er kämpfe und kämpfte. Leider verlor er nur denkbar knapp. Das lässt hoffen. Bis zu den Landesmeisterschaften sind es noch drei Monate. Im dritten und letzten Kampf galt es den Gegner aus Burg zu schlage, Louis Quaiser vom BSV Wanzleben. Julien, wieder hoch motiviert, war bereit, sich zurück zu melden. Dementsprechend begann dieser Kampf auch. Ein „wildes“ Hin und Her von Angriffen, Kombinationen und Kontern. Beide hatten gute Chancen aber keinen Abschluss. In einer Bodensituation wurde es dann eng für den Schönebecker. Aber er befreite sich, ohne eine Wertung abzugeben. Nach der Hälfte der Kampfzeit setzte Julien seinen Griff durch und es wurde für Louis immer schwieriger anzugreifen. Doch dieser versuchte es weiter. Julien nutzt eine Situation im Konter aus. Ein Ko-soto-gari brachte den Wanzlebener hart zu Fall. Der Sieg bedeutete gleichzeitig auch Silber. Nach dem Kampf fiel eine riesen Last von dem kleinen Judokämpfer, die er sich selbst auferlegt hatte. Auch ein paar Freudentränen sind gekullert. Diesen Ehrgeiz ist der richtige Weg, da ist sich das Trainerteam Ladebeck einig.
Moniek Reinicke war trotz der guten Beteiligung leider kampflos und auch ein Freundschaftskampf war nicht aufzutreiben.
Insgesamt sehr viel Freude über die nochmals überragende Leistung der Schönebecker.
Nun folgen die Sommerferien und einige Wochen „sanftes“ Training, bevor es in die Vorbereitung nach Lindow ist das Trainingslager für das nächste Halbjahr geht.