Pokalturnier Magdeburger Reiter

Schönebecker beim Pokalturnier erfolgreich - Julien Freiheit mit Last-Minute-Sieg im Landesmeister-Duell - Moniek Reinicke setzt sich gegen die Jungen durch


Nach dem erfolgreichen Abscheiden bei der Landeseinelmeisterschaft der U 11 (drei Titel, einmal Bronze), gab es beim Pokalturnier "Magdeburger Reiter" für die Altersklassen U 11 und U 15 eine neue Aufgabenstellung. Dabei ging es für die Starter des 1. Judoclubs Schönebeck nicht nur darum, eine gute Platzierung zu erreichen, sondern eine breite technische Vielfalt im Kampf zu erwerben.


Trainer Kevin Ladebeck war sichtlich stolz auf seine vier Schützlinge in der U11

Vor allem war es Franziska Hasse, die in ihrer Gewichtsklasse (bis 56 Kilogramm) Akzente setzte. Im ersten Kampf traf Sie auf die Landesmeisterin, Nele Trümpler vom 1. Dessauer JC. Franziska und wollte klarstellen, das niemand unschlagbar ist. So ging sie beherzt zur Sache und setzte Nele mächtig unter Druck. Ein käftiges Kuzushi (Gleichgewichtsbrechung) mit dem dazugehörigen Hiza-guruma, einem Fuß-Stoppwurf, warf Franzi die Dessauerinn auf Ippon - Sieg. Im zweiten Kampf traf die Schönebeckerin auf eine große Unbekannte, Emily Nehrhorn vom FSV Magdeburg. Weder bei Wettkämpfen (Einzelmeisterschaften im Bezirk und im Land) oder gemeinsamen Trainings mit dem FSV Magdeburg trafen beide je aufeinander. So begann der Kampf mit einem Abtasten. Schließlich erzielte Franzi mehrere technische Vorteile, die aber nicht bewertet wurden, allerdings trotzdem zum Arbeitssieg reichten. Damit steigerte sich Franziska erneut und sicherte sich einen super ersten Platz.

Moniek Reinicke (bis 46 Kilogramm) hatte keine Gegnerin und durfte daraufhin bei den Jungen (bis 47,5 Kilogramm) um die Platzierungen kämpfen. Im ersten Kampf traf sie auf Janik Swart vom JJJ Ilsenburg. Die Schönebeckerin verdeutlichte sofort, dass mit ihr nicht zu Spaßen war. Starke Angriffe und ein guter Griff ließen es Chris unmöglich werden, anzugreifen. Ein starker Ko-soto-gake (Hakeltechnik) brachte Moniek einen Yuko, die anschließende Festhalte den Ippon.
Max Koner von Germania Halberstadt gab Moniek sogar die Chance, ihre Eindrehtechniken zu zeigen. Ein rechter O-goshi (Großer Hüftwurf) reichte jedoch nur für einen Yuko. Der kurz darauf angesetzte Seoi-otoshi (Schulterseit-Wurf) brachte einen Waza-ari und die folgende Festhalte den sicheren Ippon. Im letzten Kampf gegen Chris Kohel vom Judoteam Wolmirstedt stellte Moniek ihren Gegner am Mattenrand, so dass er die Schönebeckerin wieder zurückschob. Diese Reaktion wurde direkt für einen sehr gut angesetzten Hiza-guruma (Knie-Stopp-Wurf) genutz und brachte Moniek den Ippon - Platz eins bei den Jungen, was will man mehr.

Julien Freiheit (bis 39,5 Kilogramm) traf gleich im ersten Kampf auf seinen sportlichen Erzrivalen und Vizelandesmeister Louis Quaiser vom BSV Wanzleben. Vom ersten Moment an war dies ein fesselnder Kampf. Beide Seiten schenken sich nichts, das war aber beim Duell "Landesmeister gegen Vizelandesmeister" auch zu erwarten. Beide zeigten ihr Können. Es blieb lange ausgeglichen bis es Louis gelang, durch eine Kombination zu überraschen und einen Waza-ari zu erhalten. Julien war plötzlich hellwach und ließ ein Feuerwerk an Techniken los. Für einen Ko-soto-gake (Hakelwurf) erhielt Julien einen Yuko, doch dies reichte nicht, um in Führung zu gehen. Der Kampf neigte sich dem Ende zu. Louis war sich sicher, als Sieger von der Matte zu gehen, zu sicher. Ein Bewegungfehler wurde von Julien jedoch hart bestraft. Ein harter Ko-soto-gari (kleine Außensichel) brachten Julien den Ippon und den Sieg.
Gegen Kreikemeier vom PSV Magdeburg nutze Julien einen bekannten Fehler. Der Magdeburger griff mit einem O-soto-toshi (großer Außensturz) an. Julien konterte so hart mit einem O-soto-gari (große Außensichel), dass dem Gegner die Luft weg blieb. Ippon für den Schönebecker und der zweite Sieg.
Gegen Ricardo Baake vom FSV Magdeburg, der schon den Orangen Gürtel besitzt, hielt Julien anfangs mit. Da er etwas leichtfertig in den Kampf ging, musste er einen Yuko abgeben. Nach kurzer Aufforderung des Trainers, er solle seine "Spielereien" lassen, beendete Julien den Kampf mit einem O-uchi-gari (große Innensichel) mit Ippon. Der Schönebecker hatte sehr viel Spaß und freute sich, dass er seine Leistungen seit dem Sommer bestätigte.

Niklas Tausch (bis 30,8 Kilogramm) begann gegen Jann-Ole Lissok vom BSV Wanzleben (Vize-Landesmeister bis 29,4 Kilogramm) konzentriert und brachte mit einem schönen O-goshi (großer Hüftwurf) O-uchi-gari (große Innensichel) Jann zu Fall. Dafür erhielt er eine Waza-ari. Die anschließende Bodenarbeit sollte Niklas abbrechen, um im Stand zu gewinnen. Danach erfolgte eine der neuen Techniken in Niklas' Repertoire: Ganz plötzlich und wie aus dem Nichts ein Ippon-Seonage (Schulterwurf) brachte ihm einen starken Ippon, sowie Raunen und Beifall des Publikums.


Mit Beifall des Publikums warf Niklas seinen Kontrahenten

Gegen Simon Rouven vom Dessauer JC war Niklas nicht so konzentriert. Er setzte nur einige halbherzige Angriffe, so dass ihn Simon mit einem beherzten Vorgehen auf Yuko warf und danach eine Festhalte ansetze. Doch Niklas, der nur einmal in diesem Jahr im Bodenkampf verlor, befreite sich, indem er sich zu einer Brücke aufrichtete und seinen Gegner über sich hinweg drehte. Danach hielt er Simon in einem Haltegriff bis Ippon.
Gegen Conrad Lehm vom Dessauer Judoclub war Niklas überlegen. Nach nur kurzer Zeit setzte Niklas einen Harai-goshi (Hüft-Fege-Wurf) an und warf Conrad auf Waza-ari. Diesen Wurf hatte Niklas noch nie geübt, sondern von seinem Trainingskameraden Julien abgeschaut. Nach kurzem Griffkampf fegte Niklas den Dessauer mit einem schönen De-ashi-barai (Fußfeger) von der Matte. Ippon für Niklas und der erste Platz. Niklas überzeugte durch seine große Vielfalt an Fuß- und Eindrehtechniken sowie seiner Unberechenbarkeit.

In der U 15 (bis 60 Kilogramm) ging Markus Braunersreuther auf die Matte. Gegen Markus Pietschmann vom BSV Wanzleben entwickelte sich der erwartete spannende Kampf. Markus setzte seine Stärken im Bodenkampf ein. Eine Taktik, die sehr kräftezehrend ist, nur bei konditionell guter Fähigkeiten ausgeführt werden sollte. Markus setzte einen Armhebel an. Dieser zeigte Wirkung. Pietschmann klopfte ab - somit der Sieg für Markus. Jonas Dahlke aus Haldensleben und Kevin Harms aus Gardelegen besiegte Markus mit Uchi-mata (Innenschenkelwurf).
Das Trainerteam freute sich über die Leistungen von Markus, der sich immer mehr zu einem tollen Athleten entwickelt und sich auch als Kampfrichter und Betreuer einbringt, und der anderen sehr erfolgreichen Judokas.


Markus Braunersreuther trumpfte mit Stärke im Bodenkampf und bewährtem Uchi-Mata auf.