Nikolausturnier Berlin

Wie immer zum Abschluss des Wettkampfjahres ging es noch einmal zu einer kleinen Herausforderung. Der SC Berlin veranstaltete das 13. Nikolausturnier der AK 10 und 13. Ein anspruchsvolles Turnier zum einen durch die starke Besetzung mit 320 Kämpfern unter anderem aus Polen, Finnland und der Schweiz und zum anderen dient es für die AK 13 als Sichtung für die Sportschule. Im vergangen Jahr konnte der 1. Schönebecker Judoclub schon ein paar Akzente setzen, als jeweils ein erster, ein zweiter und ein dritter Platz erkämpft wurden. In diesem Jahr fuhr Trainer Kevin Ladebeck mit 4 Mädels in die Hauptstadt. Die vier gehören zu der neuen heranwachsenden Wettkampftruppe. Nach kurzem Staunen über die Größe der Halle und der sechs Wettkampfflächen ging es über die Waage und zur gut geleiteten Erwärmung durch Celina Frank.

Als erste ging Caroline Wannagas auf die Matte. In der Gewichtsklasse -33kg sah sie sich in einem Doppel-KO-System wieder, was bedeuten würde bei der ersten Niederlage rutscht man in die Trostrunde und die zweite Niederlage hätte das Ausscheiden aus dem Turnier zur Folge. Aber Caro ging hellwach in den ersten Kampf gegen Kim Fuhrmann vom SV Berlin 2000. Nach anfänglichem Abtasten hatte die Schönebeckerin ihre Linie gefunden, setzte ihren Griff durch und drehte einen linken O-goshi ein. Kim konnte diesem nichts entgegensetzen und und musste diesen Kampf mit einem Ippon abgeben. Im zweiten Kampf gegen Cheyenne Pitschk vom JC 03 Berlin wurde es dann schon etwas spannender, denn Cheyenne konnte in diesem Jahr schon einen 5. Platz bei den Berliner Meisterschaften eine Altersklasse höher erzielen. Technisch konnte die Berlinerin ein paar Vorteile erkämpfe, was zu erwarten war mit einem gelben Gürtel. Caro dagegen startet noch mit Weiß aber gegen die Kraft und Ausdauer der ehemaligen Turnerin konnte auch Cheyenne nichts entgegenbringe. In einer Bodensituation erarbeitete sich Caro dann eine Festhalte, aus der es kein Entkommen mehr gab: Ippon und Einzug in das Finale für Caro. Dort stand Sie Carlotta Rauber von Kaizen Berlin gegenüber, die in den Vorkämpfen einen sehr aufgeweckten und aktiven Eindruck gemacht hat. Der Kampf war von Anfang an auf Augenhöhe mit guten Aktionen beiderseits. Gute Angriffe, jedoch ohne Wertung, bescherte dem mitgereisten Publikum ein hohen Blutdruck. Bis kurz vor Schluss eine Unaufmerksamkeit von Caro von Carlotta ausgenutzt wurde und somit ein super zweiter Platz im starken internationalen Berlin feststand.

Ihre Schwester Ulrike Wannagas (-40kg) war an diesem Tag nicht in Topform, in einem Pool-System hatte Ulli vier Kämpfe vor sich. Im ersten Kampf gegen Melissa Bartos vom PSV Olympia ging Ulli noch nicht Konsequent zu Werke. Dadurch gab sie eine Wertung ab und konnte diese auch nicht mehr bis Kampfende aufholen. Im zweiten Kampf gegen Nina Busch vom BC Randori agierte Ulli aufgeweckter. Jedoch fehlte hier die letzte Härte. Eine zu zaghafte Kampfweise brachte keine Wertung, ihrer Kontrahentin aber auch nicht. Dies brachte leider den einzigen Sieg für Ulli an diesem Tag. Gegen Alexendra Wilinski vom SF Kladow und Nathalia Kubacka war auch nichts zu holen. Nicht jeder Tag ist gleich und Ulli hatte einen schlechten erwischt. Aber mit mehr Trainingshärte kann man das ausgleichen.

Celina Frank (-36kg) machte an diesem Tag einen solideren Eindruck. Ihre ruhige und kontrollierte Art übertrug Sie auch gerne auf ihre Kampfweise. Dies bedeutete, dass die Schönebeckerin im Kampf genau auf die Fehler der Gegner achten und diese kurz und schmerzlos ausnutzte. Im ersten Kampf gegen Alicia Zimmermann vom PSV Olympia nutze Celina solchen auch direkt aus. Das Hinterherlaufen vom Alicia übernahm Sie mit einem starken Seoi-otoshi, der ihr einen Ippon brachte und eine Runde weiter. Auch die zweite Kämpferin vom PSV Olympia, Xenia Nienhaus konnte ihre Schwachstellen nicht vor Celina verbergen. Die Schönebeckerin nutzte die unsaubere Fußarbeit aus und brachte die Berliner zu Fall. Mit einer anschließenden Festhalte zog Celina in das Finale ein. Hier musste Sie sich leider der deutlich stärkeren Rebecca Ossing vom UJKC Potsdam geschlagen geben. Am Ende stand ein 2. Platz zu Buche, der den Erwartungen des Trainers gerecht wurde.


Aber wie schon in den letzten Turnieren deutlich wurde, fahren die Schönebecker nie ohne einen ersten Platz nach Hause. Also galt es für Selena Pfannenschmidt -30kg die Statistik aufrecht zu erhalten. Selena, die nie ohne Plan auf die Matte ging, legte ihre erste Gegnerin, Charleen Müller vom SG Humboldt zu Berlin, schon nach 15 Sekunden mit einem linken O-goshi auf den Rücken. Der zweite und gleichzeitig letzte Kampf gegen Marie-Christin Hanh vom PSV Olympia war dann doch schon ein großer Brocken. Mit gelbem Gürtel und viel Selbstbewusstsein trat die Berlinerin auf den Kampffläche. Diese verflog jedoch im Laufe des Kampfes, denn Selena hatte genauso wie Caro erst den weißen Gürtel und Marie merkte, dass sie eine Gegnerin auf Augenhöhe vor sich hatte. Beiden schenkten sich nichts und feuerten in der gesamten Kampfzeit alles heraus, was sie konnten. Egal ob Boden oder Stand, jede Situation hätte zum Ende hin den Sieg bedeuten könnte. Und tatsächlich: 5 Sekunden vor Ende der Kampfzeit gelang es Selena mit einem rechten Seoi-toshi einen Yuko zu erzielen. Dieser reichte für den Turniersieg.

Das Fazit für diesen Tag sind nicht die Siege, sonder dass die vier Mädels sich mehr über den Nikolausbeutel, den sie von ihrem Trainer bekommen haben, gefreut haben, als über den Rest. Und so fuhren doch alle mit einem Schmunzeln nach Hause.