Junge japanische und deutsche Judoka beim gemeinsamen Training

„Hallo, guten Tag!“ heißt auf japanisch „Ko’nichiwa!“

Und das konnte man in den vergangen Tagen sehr oft hören. Der 1. Schönebecker Judoclub e.V. hatte eine Gruppe von 9 japanischen Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren mit ihrer Trainerin aus Oiso (ca. 60 km südlich von Tokio) eingeladen.
In der ersten Hälfte des zehntägigen Besuchs fand ein gemeinsames Trainingslager in der Sportschule in Osterburg statt. Hier merkten unsere Kinder schnell, dass das Judo-Training in Japan sehr viel intensiver durchgeführt wird, als man es hier gewohnt ist. Aber das spornte unsere jungen Judoka an, es ihren Gästen gleich zu tun. Natürlich gab es sprachliche Verständigungsprobleme, die aber durch ein wenig Englisch und Zeichensprache unter den Kindern schnell gelöst werden konnten. Auch bei anderen Sport- und Freizeitaktivitäten lernte man sich näher kennen und es entstanden erste Freundschaften.
Einen herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle an die Studentin Ayaka Sato, die uns als Übersetzer bis zum Montag unterstützt hat.
Am Samstag ging es dann zurück nach Schönebeck und die japanischen Besucher wurden auf Gastfamilien aufgeteilt, bei denen sie dann auch den ganzen Sonntag verbrachten, um das Leben in einer deutschen Familie kennenzulernen.
Für den Montag stand ein Aufstieg auf den Brocken auf dem Programm. Wie es sich für Sportler gehört, wurde der anspruchsvolle Weg von Schierke aus bewältigt. Unterwegs traf man auch den als „Brocken-Benno“ bekannten Benno Schmidt, der an diesem Tag mit seinen 82 Jahren zum 7407. Mal den Brocken bestiegen hat. Dies war für die Japaner genauso bestaunenswert wie die dampfende Brockenbahn, die mehrmals unseren Weg kreuzte.
Am Dienstag standen neben dem Besuch des neuen Gymnasiums in Schönebeck und einem Rundgang mit dem Direktor Ulrich Plaga auch ein Empfang beim Bürgermeister der Stadt im Sitzungssaal des Rathauses auf dem Programm.
Nach der Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten der alten Salzstadt begann der Höhepunkt des Tages: Ein Offene-Matte-Training mit der erfolgreichsten Judoka Sachsen-Anhalts Claudia Mahlzahn, bei dem auch andere Vereine aus unserem Land teilnahmen.
Nach dem anspruchsvollen Training nahmen sich Claudia Malzahn noch viel Zeit für die zahlreichen Autogrammwünsche......während Frau Miyoko Hamana, die Trainerin unserer Gäste und Trägerin des 4. Dan, die Namen der Kinder japanisch verschriftlichte.
Der Besuch der Landeshauptstadt fand am letzten Tag statt. Nach der Besichtigung des Magdeburger Doms und dem „etwas verrückt aussehenden“ Hundertwasserhaus war dann noch etwas Zeit, um einige Andenken für die Familien und Freunde in Japan zu kaufen. Eigentlich bekamen unsere Gäaste die meisten Sehenswürdigkeiten zu sehen, die "alt" waren: alte Kirchen und Häuser, alte Städte und auch viel altes im Saturn-Elektronikmarkt ;-)
Am Nachmittag gab es dann als Abschluss ein gemeinsames Fest mit Kuchen und Würstchen vom Grill. Dabei präsentierten unsere Kinder den Gästen ein paar deutsche Volkslieder, bevor es dann für alle Trainingslager-Kinder T-Shirts mit den Logos beider Sportvereine als Andenken an die gemeinsamen Tage gab.
Nach einer kurzen Nacht hieß es dann um vier Uhr in der Frühe Abschiednehmen, als die Japaner in den Bus stiegen, der sie zum Flughafen brachte.
Ohne die tatkräftige Unterstützung vieler Eltern und der Trainer wären diese schönen Erlebnisse sicher nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank geht natürlich auch an alle Sponsoren, die uns finanziell bei dieser Aktion unterstützt haben.