Internationales Judoturnier in Jena

In das Jahr 2015 startet der 1. Schönebecker Judoclub direkt mit einem Hammer-Wettkampf


Der Sparkassen-Cup in Jena ist das zweitgrößte Turnier in Mitteldeutschland. Dieses Jahr fand das mit 736 Kämpfer aus 90 Vereinen besetzte Turnier in der Sparkassen-Arena auf zwei Tage verteilt mit 6 ausgelegten Kampfflächen statt.

Am Samstag dem 24.01.2015 gingen in der U10 Jason Tausch und Jean Luc Moritz an den Start. In der Altersklasse der U15 vertraten Niklas Tausch und Leonardo Graßhoff die Schönebecker.
Jean startet in der 27,5 kg Klasse und sah sich in einem Doppel-Pool-System wieder. Hier gilt es in seinem Pool Erster oder Zweiter zu werden, um in das Halbfinale einziehen zu dürfen. Im ersten Kampf traf er auf Fabian Arelin vom JC Leipzig. Etwas verhalten war es anfangs ein ausgeglichenes Duell. Doch nach alter Manier holte sich Jean seinen Griff und warf seinen Gegner mit einem linken O-goshi (Großer-Hüftwurf) auf Ippon. Im zweiten Kampf traf er auf Arthur Häussler vom JC Halle, ein unbequemer und starker Gegner. Kurz vor Ende der Kampfzeit gelang es Jean einen schwachen Angriff seines Gegners mit einem O-soto-gari zu kontern und somit den Kampf zu gewinnen.
Jetzt noch ein Kampf gewinnen und Jean würde als Pool-Sieger in das Halbfinale einziehen, um dort auf den Zweitplatzierten des anderen Pools zu treffen. So setzte er gegen Jeremy Schindler von den Leipziger Löwen einen Ko-soto-gake an und setzte im Boden mit einer Festhalte nach, Ippon für den Schönebecker.
Im Halbfinale galt es jetzt den Bruder von Arthur Mark Häussler zu bezwingen. Beide Kämpfer gingen hoch motiviert in den Kampf, der eine wegen der Wiedergutmachung, der andere um die "Familientragödie" perfekt zu machen. Entschlossen in das Finale einzuziehen kämpfe Jean wie ein Löwe und lies dem Hallenser keine Luft. Links brachte er seinen Griff abermals durch und setzte eine Mischung aus Seoi-toshi und O-goshi an. Die anschließende Festhalte führte zum Sieg. Im Finale gegen Ramsan Baliev vom UJKC Potsdam war Jean dann etwas zu übermotiviert und verlor durch einen Anfängerfehler. Somit stand ein verdienter 2. Platz fest, über den sich Jean erst nicht freuen konnte. Aber das Trainierteam Ladebeck überzeugten Jean, dass dies ein großartiges Ergebnis bei solch einem großem Turnier ist.

Jason Tausch legte in der Gewichtsklasse bis 25,9 kg nach. Im ersten Kampf gegen Yannai Gastelev vom JC Jena nutzte er seine schnellen Reflexe, wich einem Angriff seines Gegner aus und beendete den Kampf mit einem linken O-goshi. Im zweiten Kampf gegen Adrian David Keller vom TSG Südwest Frankfurt am Main musste Jason leider eine Niederlage einstecken. Nichts desto trotz war er in das Halbfinale eingezogen und wieder hoch motiviert, da er immer noch in das Finale kommen konnte. Beflügelt vom diesem Gedanke kämpfte sich Jason gegen Darius Sieb vom SV Fortuna Pößneck zurück in die Favoritenrolle und konnte mit einem linken O-goshi seinen Gegner bezwingen. Doch im Finale wartete ein Bekannter: Andrian aus Frankfurt am Main wusste wie er mit dem hippeligen Schönebecker umzugehen hatte. Leider konnte Jason keine Überraschung landen. Aber auch hier ist anzuerkennen, dass sich Jason trotz Niederlage wieder auf sein Ziel konzentriert und die Chance wahrgenommen hat, um eine gute Platzierung mit nach Hause zu bringen. Starke Leistung von unserem „Floh“.



Nun waren die großen an der Reihe, Niklas Tausch (-34 kg) und Leonardo Graßhoff (-43 kg).
Niklas am Anfang gegen Leif Bräunning vom VFL Riesa machte wie gewohnt kurzen Prozess. Mit einem starken Kuzushi und einem der Situation angepassten Ko-soto-gake fegte Niklas ihn von der Matte. Der zweite Kampf gegen Levin Gerlach vom JC Jena gestaltet sich äußerst schwierig, er war von reiner Taktik geprägt. Niklas hatte am Ende der Kampfzeit leider mit einem Shido im Rückstand das Nachsehen und musste den Kampf abgeben. Der Schönebecker hat keinen guten Tag erwischt, wusste aber, dass der 3. Platz durchaus möglich war. Gegen Nilas Voß vom FSV Gotha machte Niklas klar, dass er einer der Favoriten war. Stark setze er seinen Griff durch und brachte gute Angriffe in einer Bodensituation, nutzte dann seine Stärke aus und erarbeitete sich einen Hebel, mit dem er seinen Gegner zur Aufgabe zwang.
Wieder motiviert ging es in der Hoffnungsrunde weiter gegen Kevin Schulze (Burgstädter TSV). Auch hier brauchte Niklas nach kurze Zeit seinen Gegner zu Boden und erarbeitete sich eine Sankaku, aus der es für Kevin kein entrinnen gab. Nun galt es Hagen Joost vom FSV Gotha zu bezwingen, um auf den 3. Platz zu gelangen. Trainer Kevin Ladebeck machte seinen Schützling noch einmal Mut, er solle wieder im Stand sich trauen einzudrehen, mit seinen starken Ippon-seoi-nage könne er den Kampf gegen den groß gewachsenen Hagen gewinnen. Wie mit Ansage gewann Niklas nach kürzester Zeit seinen Kampf mit einen blitzschnellen Ippon-Seoi-Nage und sicherte sich damit einen 3. Platz in der U15 als jüngster Jahrgang.

Leonardo Graßhoff ging als letzter an diesem Tag auf die Matte. Im ersten Kampf traf er direkt auf einen der Favoriten Martin Limmer vom SV Schwarzer. Auf das Schlimmste gefasst ging Leo auf die Matte. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Leo alle Angriffe von Martin abwehren und gewann an Sicherheit. Den nächsten Angriff sollte Martin bereuen, denn Leo wich diesem aus und brachte Martin durch seinen eigenen Schwung aus dem Gleichgewicht und konterte ihn mit einen Handwurf auf Ippon. Alle wussten, wie wichtig dieser Sieg war. Mit breiter Brust bestritt Leo seine nächsten Kämpfe. Dies bekam zuerst Lukas Richter vom JC Leipzig zu spüren. Ein O-uchi-gari und ein anschließender Hebel brachten Leo den Einzug in das Halbfinale. Hier traf er auf Christian Reuter, der an diesem Tag in einer unwiderstehlicher Form war. Leider lief Leo hier in seine Spezialtechnik hinein und musste den Kampf abgeben. Immer noch hoch motiviert stellte er sich Thaddäus Junge vom JC Samurai Oranienburg. Dieser letzte Kampf sollte für alle beteiligten ein wahrer Krimi werden. Ein absolut ausgeglichener Kampf wurde von den Kampfrichtern 30 Sekunden vor Schluss zum Albtraum für den Schönebecker. Leo bekam eine ungerechtfertigte Bestrafung. Nichts desto trotz ließ sich Leo nicht unterkriegen und machte den Kampfrichtern in den letzten Sekunden klar, dass er diesem 3. Platz unbedingt wollte und sorgte dafür, dass Thaddäus noch einen Passivitäts-Shido bekam und der Kampf zur Erleichterung aller Mitgereister im Golden-Score weitergeführt wurde. Noch weitere 2 Minuten und 30 Sekunden purer Nervenkitzel. Bis Leo mit einem Kampfwillen wie selten zuvor seinen Gegner niederkämpfte, einen zweiten Shido erzwang und somit äußerlich völlig erschöpft sich kaum über den 3. Platz freuen konnte, aber innerlich vor Freude platze. Denn wer in Jena eine Platzierung holt, hat große Chancen bei den Mitteldeutschen Einzelmeisterschaften auch auf dem Podest zu stehen. Und dies ist Leos großes Ziel dieses Jahr.



Nach einem sehr erfolgreichen ersten Tag starteten Selena und Esleida Pfannenschmidt am Sonntag in der U12.
Selena (-33 kg) machte den Anfang gegen Lena Enders vom FSV Gotha. Kurz in den Rückstand geraten und aus einer gefährlichen Bodensituation im Boden befreit, war Selena jetzt im Kampf angekommen und nutze den ersten Fehler ihrer Gegnerin aus, um sie mit einem Handwurf zu kontern. Gegen Emma Regenhardt vom PSV Weimar machte Selena einen sehr viel sicheren Eindruck. Mit neu gelernten Techniken versuchte Sie den Kampf für sich zu entscheiden. Doch die guten Ansätze reichten noch nicht für eine Wertung, somit griff die Schönebeckerin auf die alten bewährten Techniken zurück, brauchte mit einem linken O-goshi Emma zu Fall und sicherte sich den Einzug in das Halbfinale.
Hier traf Selena auf Shenna Nitsche vom VFL Riese. Die unruhige Kampfweise übertrug sich leider auch auf Selena und so kam es zu einer etwas umstrittenen Situation vom Boden in den Stand und wieder zurück, normalerweise zieht so etwas eine Kampfunterbrechung nach sich, doch die Kampfrichter ließen weiter kämpfen. Selena wurde von ihrer Gegnerin überrumpeln und konnte sich aus der Festhalte nicht mehr befreien. Sichtlich geknickt kam Selena von der Matte und konnte sich auch lange nicht beruhigen. Doch es blieb ihr keine Wahl, der Kampf um den dritten Platz stand noch aus. Niederlagen muss man verarbeiten und sich weiter auf den Wettkampf konzentrieren. Theresa Gehring vom Post SV Bamberg sollte aber keine große Hürde mehr darstellen. Physisch überlegen setzte Selena ihren Griff durch und setzte die Bambergerin mit guten Angriffen unter Druck. Im Boden konnte Theresa einen angesetzten Hebel noch abwehren, im Stand dem O-goshi dann aber nicht mehr. Somit stand ein tapfer erkämpfter 3. Platz bei solch einem großen Turnier zu Buche.

Esleida (+52kg) durfte gleich gegen eine der Favoritinnen ran. Doch die Schönebeckerin nutze ihre große Konterstärke aus und brachte Joelle Zeigerer vom JSC Stotternheim zwei mal mit einer Gake-Technik zu Fall und lag bis 20 Sekunden vor Schluss mit Yuko und Waza-ari in Führung. Doch statt diese sichere Wertung über die Zeit zu bringen, lies sich Esleida auf den Kampf ein und geriet in eine Festhalte, aus der sie sich nicht mehr befreien konnte. Somit musste auch Esleida sich durch die Hoffnungsrunde kämpfen. Gegen Sophie Schulte vom SKKA Nordhausen machte die Schönebeckerin aber kurzen Prozess. Mit einen Hiza-guruma und einer anschließenden Festhalte zog Esleida eine Runde weiter und konnte sich mit dem nächsten Sieg den 3. Platz sichern. Sonik Kulke vom JSV Sonderhausen stellte hier auch keine große Herausforderung dar. Eine schlecht eigedrehte Technik wurde vom der Schönebeckerin mit einem Handwurf gekontert. Aus der anschließenden Festhalte konnte sich Sonik auch nicht mehr befreien. Ein leicht unverdienter 3. Platz, der aber mit Super-Kämpfen in der Hoffnungsrunde noch erkämpft wurde.
Am Ende bleibt zu sagen, dass die beiden Mädels als Landesmeisterinnen selbstbewusster auftreten müssen und sich bei ihren Trainingskameraden Leo und Niklas noch etwas an der Trainingseinstellung abschauen können. Denn beide haben definitiv das Potenzial, auch solche Turniere zu gewinnen.

Markus Braunersreuther fuhr an beiden Tagen als Kampfrichter mit nach Jena. Es war sein zweites internationales Turnier, wo er nach Aussage der erfahrenen Kampfrichtern sehr souverän auftrat und eine sehr gute Leistung ablieferte.